FIVA: Wir müssen jetzt handeln: Erhalt des „digitalen Kulturguts Automobil“

 Amicale, Citroën  Kommentare deaktiviert für FIVA: Wir müssen jetzt handeln: Erhalt des „digitalen Kulturguts Automobil“
Mai 242016
 
Illustration: Daniel Hertzberg / Spectrum IEEE.org

(English below)

Die Pressemitteilung des ADAC:

Vielen modernen Klassikern, die seit Mitte der 1980er Jahre hergestellt wurden, steht eine ungewisse Zukunft bevor, wenn es der Branche nicht gelingt, die Technologie dieser Fahrzeuge – der sogenannten „digitalen Generation“ – zu bewahren.

Der FIVA (Weltverband der Oldtimerclubs und -verbände) ist es ein Anliegen, diese sehr reelle Gefahr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, bevor es zu spät ist. Vereinzelte Initiativen machen bereits gewisse Fortschritte. Eine nachhaltige Lösung wird jedoch voraussichtlich nur mit Unterstützung der Industrie und einer konzertierten Aktion von Oldtimerliebhabern, Clubs und Organisationen wie der FIVA gelingen.

Dieser Meinung ist auch Stephan Joest, Experte für elektronische Bauteile und Präsident von Amicale Citroën Internationale, dem weltweiten Netzwerk von über 1.000 Citroën-Clubs. „Wir haben gegenwärtig die einmalige Gelegenheit, vorhandene Bestände an elektronischen Bauteilen und deren digitalen Quellcode zu bewahren.“, erklärt er. „Wenn nicht, laufen wir Gefahr, die Steuergeräte nicht mehr ersetzen zu können, die in Klassikern ab Mitte der 1980er Jahre typischerweise alles steuern – vom Motormanagement über die Klimaanlage bis hin zur Sicherheitsausstattung.

Stephan Joest

Stephan Joest – Amicale Citroën Internationale (ACI) / Beirat Elektronik @ DEUVET e.V.

Die digitale Alterung, d.h. die physische Alterung elektronischer Bauteile, findet unabhängig von der Benutzung des Bauteils statt. Laut einer alarmierenden Statistik sind rund 50% der Steuergeräte ab einem Alter von 40 Jahren bereits bei Erhalt defekt („dead on arrival“), d.h. sie funktionieren schon beim Einbau unmittelbar nach dem Auspacken nicht mehr. Je älter das elektronische Bauteil, desto schwieriger ist es, einwandfreien Ersatz zu finden“, meint Joest und betont, dass dies kein markenspezifisches Problem sei, sondern die gesamte Branche betreffe.

Fritz Cirener - Bosch Automotive

Fritz Cirener – Bosch Automotive

Bosch hat die jüngeren historischen Fahrzeugen drohende Gefahr erkannt und arbeitet an einer Lösung. „Die Herausforderung, klassische Fahrzeuge am Laufen zu halten, ist bei den künftigen Generationen größer denn je.“, bestätigt Dipl.-Ing. Fritz Cirener, Leiter BOSCH Automotive Tradition. „Wir arbeiten gemeinsam mit den Herstellern an diesem Thema. Vor uns liegt noch ein weiter Weg. Wenn wir aber die Technologie für die jüngeren und künftigen Nutzergenerationen bewahren wollen, lohnt sich der Einsatz.“

Wie Stephan Joest betont, wird die Herausforderung eher noch größer werden. „Heutige Premiumfahrzeuge haben etwa 60-100 separate elektronische Steuergeräte, die jeden Aspekt des Fahrzeugs steuern – und die Software wird von Jahr zu Jahr komplexer. Neben dem akuten Bedarf, die Langlebigkeit von Fahrzeugen ab den 1980ern bis zur Jahrtausendwende sicherzustellen, müssen wir auch dafür sorgen, dass unsere heutigen Fahrzeuge in 30 Jahren noch eine Zukunft haben. Darauf sind wir gegenwärtig nicht ausreichend vorbereitet.

„Wir müssen jetzt handeln, um das technische Kulturgut der ‘digitalen Fahrzeuggeneration’ zu bewahren und sicherzustellen, dass die Oldtimer der Zukunft ihr Dasein nicht einfach als statische Ausstellungsobjekte fristen müssen, sondern lebendige Kulturgüter bleiben können“ , resümiert Joest.

Die FIVA wird dieses wichtige Thema als Tagesordnungspunkt für das FIVA-Kulturgutforum 2016 Anfang September vorschlagen. Zu diesem Forum in Chantilly treffen sich die Leiter der Traditionsabteilungen der führenden Automobilhersteller, um über die gemeinsamen Herausforderungen und Chancen zu diskutieren.

Hinweis: Für den Inhalt der Meldung ist ausschließlich die FIVA verantwortlich. Die Übersetzung vom englischen Originaltext ins Deutsche erfolgte durch den ADAC e.V.

Über die FIVA:

Die FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) widmet sich dem Schutz, der Förderung und der Erhaltung des Automobilen Kulturgutes. Die FIVA repräsentiert weltweit die Interessen von über 1,5 Mio. Oldtimerbesitzern in 64 Ländern. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des im Jahre 1966 gegründeten Oldtimer-Weltverbandes, hat die UNESCO die Schirmherrschaft für das von der FIVA ausgerufene Internationale Jahr des Automobilen Kulturgutes (FIVA World Motoring Heritage) übernommen.

In Deutschland sind der Allgemeine Schnauferl-Club e.V. (ASC), der Deutsche Automobil-Veteranen-Club e.V. (DAVC) und das Ressort Klassik des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs e.V. (ADAC) Mitglied der FIVA.

Weitere Infos und Tipps rund um historische und klassische Fahrzeuge erhalten Sie unter www.adac.de/klassik. Abonnieren Sie den regelmäßig erscheinenden elektronischen ADAC Oldtimer-Newsletter unter www.adac.de/newsletter und bleiben Sie über die Entwicklungen in der Klassik-Szene stets informiert.

Kontakt für Anregungen und Fragen:
ADAC e.V., Klassik Interessenvertretung
Hansastraße 19, 80686 München
email: klassik@adac.de

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Preserve the ‘digital generation’ of classic vehicles

fiva-logo

The press release by FIVA:

Many modern classics built after the mid-1980s face an uncertain future, unless the industry can safeguard the technology behind these vehicles – the so-called ‘digital generation’.

FIVA (the international federation of historic vehicles) is keen to draw public attention to this very real threat, before it’s too late. Already, a number of isolated initiatives are making progress, but a sustainable solution is likely to require industry support, alongside concerted action by enthusiasts, clubs and organizations such as FIVA.

Stephan Joest, a consultant in electronic vehicle components and also president of Amicale Citroën Internationale, the network of 1,000-plus Citroën car clubs worldwide, agrees. “We currently have a clear window of opportunity when it’s still possible to preserve existing stocks of electronic components and their digital ‘source codes’,” he explains. “Otherwise, we risk finding ourselves unable to replace the ECUs (electronic control units) that – in classics from the mid-1980s onward – typically control everything from engine management to air-conditioning and safety equipment.

Illustration: Daniel Hertzberg / Spectrum IEEE.org

Illustration: Daniel Hertzberg / Spectrum IEEE.org

“Digital aging – the physical aging of electronic components – takes place whether or not the component is in use, and a startling statistic is that around 50% of 40-plus-year-old ECUs are ‘dead on arrival’, i.e. not in working order when installed freshly out of the box. The older the electronic unit, the harder it will be to find replacement units that still work,” says Joest, stressing that this is not a problem specific to any particular marque, but one that’s endemic across the industry.

Bosch is one organization that has recognized the impending threat to younger historic cars and is working towards a solution. “To keep upcoming generations of classic cars running will be more challenging than in the past,” confirms Dipl.-Ing. Fritz Cirener, head of Automotive Tradition at Robert Bosch GmbH. “Together with the manufacturers, we are working on this topic. There’s a long way to go but it will be worth it, if we want to preserve the technology for the younger and future user generations.”

Stephan Joest points out that the challenge is only going to get bigger. “The premium cars of today have some 60-100 separate ECUs, controlling every aspect of the car – and the complexity of the software is increasing every year. While the immediate need is to protect the longevity of vehicles from the 1980s to the end of the millennium, we also need to ensure that there is a future for today’s vehicles, 30 years from now. Currently, we are not sufficiently prepared.

“We need to act now to safeguard the technical heritage of the ‘digital generation’ of vehicles, and ensure that classic automobiles of the future don’t have to be simply static objects in showrooms, but can remain as lively cultural assets,” concludes Joest.

FIVA will be suggesting that this important topic is added to the agenda of the 2016 FIVA Heritage Forum at Chantilly, in early September, where the heads of the major motor manufacturer heritage departments meet to discuss common challenges and opportunities.

FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) is dedicated to the protection, promotion and preservation of world motoring heritage.
FIVA is present in 64 countries and represents the interests of over 1,500,000 historic vehicle owners worldwide.
In 2016, FIVA received the patronage of UNESCO for its World Motoring Heritage Year in celebration of the 50th anniversary of the founding of the organization in 1966.
For more information visit: fiva.org

Dez 242010
 
Stephan Joest

Stephan Joest

Stephan Joest

Liebe Freunde und Citroenisten, (english text below)

nach nunmehr rund zwei Jahrzehnten aktiver Arbeit für die Amicale Citroën Internationale (ACI) auf internationaler Ebene ist es – mit Abschluss des ACI-Geschäftsjahres 2010 – Zeit für einen Wechsel.

Seit 1990 war ich als ACI-Ansprechpartner bei fast allen Jahreshauptversammlungen dabei. Was am Anfang noch in kleiner Runde eher einer konspirativen Sitzung von Individualisten ähnelte, hat sich seit der formalen Gründung der Organisation und offiziellen Anerkennung durch den Hersteller Automobiles Citroën im Jahr 2004 zu einer bekannten Institution in der internationalen Citroën-Szene etabliert.

Auch die Clubs und ihre Mitglieder profitieren von der ACI-Gründung: internationale Veranstaltungen wie z.B. die Citroën-Welttreffen (ICCCR, International Citroën Car Club Rallye), 2CV-Welttreffen und andere zum „Event Of The Year“ gewählte Treffen werden z.B. vom Hersteller über die ACI teilweise vorfinanziert. Damit ist den Veranstaltern ein deutlicher Teil des Schreckens genommen, überhaupt solch ein Projekt finanziell riskieren zu können!

Aus Sicht meiner Tätigkeit in den vergangenen Jahren sind nunmehr alle wesentlichen Grundbausteine der ACI-Kommunikation erbracht. ACI-Website, Stand, Broschüren, Logo, Banner, Rollups, Sticker, Mailinglisten, Visitenkarten, Office-Vorlagen, … kamen bereits erfolgreich in den vergangenen Jahren zum Einsatz. Für alle Delegierten ist ein umfangreiches ACI-Dokumentationswerk mit allen Regularien und Vereinbarungen entstanden.

Als letztes im Vorstand verbliebenes Gründungsmitglied des Jahres 2004 war es jetzt an der Zeit, sich neuen Themen und Aufgaben zuzuwenden, und den Platz für andere Nationen freizumachen, die sich ebenfalls engagieren wollen. Ich habe den ACI-Vorstand daher vor wenigen Tagen von meiner Entscheidung in Kenntnis gesetzt.

Es sind noch viele Herausforderungen in den kommenden Jahren zu meistern und viele Themen weiterzuentwickeln:

* Regelung zur Überlassung von auszumusternden Ersatzteilen für alte Citroën,
* Arbeiten zur Erhaltung des automobilhistorischen Erbes von Citroën,
* Erweiterung der Zusammenarbeit mit dem Hersteller auf vielen Ebenen,
* Aufbau einer Zusammenarbeit mit der FIVA und anderen Organisationen,
* Verbesserung der Sichtbarkeit des ACI innerhalb und ausserhalb Citroën,
* Mitteilungen über Aktivitäten von Citroën zur Marken- und Fahrzeughistorie,
* kontinuierliche Mitteilungen aus dem internationalen ACI-Netzwerk,
* Aufbau einer Strategie zur Förderung und Rekrutierung neuer Mitglieder in den Clubs,
* Förderung und Unterstützung der nationalen Delegierten

nur um ad hoc die Top10-Liste aufzustellen, die ich dem Vorstand als Empfehlung mitgegeben habe.

Von der Beendigung der internationalen ACI-Vorstandstätigkeit unberührt bleibt meine nationale ACI-Arbeit in Deutschland. Im Jahr 2011 stehen einige wichtige Termine an. Wir freuen uns auch auf eine verstärkte Zusammenarbeit auf nationaler Ebene mit der Citroën Deutschland GmbH – die Bilanz der Gespräche der letzten Wochen und Monate ist sehr positiv.

Freuen wir uns also auf 2011 und die Jahre danach!

In diesem Sinne: citroenthusiastische Grüße an alle

///Stephan Joest.

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english text:

Hello all,

after now 2 decades of active works for the Amicale Citroën Internationale (ACI), I have come to a conclusion that it is about time for a change. Let me look back as one of the founding members of the formal ACI about the achievements we have made.

The ACI now is a well-established organization. When I joined the first ACI meetings in 1990, just a few interested activists joined the “conspirative” ACI sessions in the conference rooms at Retromobile. Decisions about ICCCR and other international big events were taken between a few guys and the network of nations did not really exist. Who would be the point of contact for clubs towards the manufacturer, and vice versa, or even amongst clubs? How are ICCCR decisions taken?

Thankfully, the times have changed. With beginning of this decade, the formal establishment of an official, legally settled organization paved the way to establish a partnership with Automobiles Citroën, and I was lucky to be actively involved into the definition of the frameworks which settled the basis for the years to come. The setup of Delegates per country also made it more convenient in day-to-day works for international contacts between clubs and creating awareness. As being one of the ACI Delegates for Germany, I can also assure you that it has proven to be of great benefit for creating an useful network between the nations, and paid out several times in practical works between the Delegates directly, or via the Delegates to the clubs.

And many clubs and their members also can benefit from the ACI establishment: international events such as the ICCCR (International Citroën Car Club Rallye), 2CV World Meetings and other international „Events Of The Year“ are now being sponsored by Automobiles Citroën via the ACI. This way, the organizers can substantially benefit from reduced risks in upfront payment for the upcoming events, and a likeliness to run such a project is considerably higher!

With 2004 onwards, we had the first ACI website. With that site, the first ACI logo spread quickly over international sites (many of them still showing it to date) and created another level of awareness that the network is visible within the Citroën fan community. A few hackers tried to compromise our web server a few times over the years and caused quite some sweat and a few sleepless nights, but continuous admin works and maintenance activities have soon closed the backdoors. More than 12.200 emails have been accumulating over all the years, and a few thousand hours of ACI webmaster and communication works are now done. End of 2009, with the relaunch towards a new portal, we had left the old-fashioned email newsletter approach but went to a “journal-style” of communications blog, ready to spread news ad hoc as soon as they’d arrive, And our Twitter account is now connecting us internationally on a new area of social media and bridges the gap to a new generation of „internet Citroënists“.

The ACI Binder came, the basis for your Delegates work – also thanks to the former ACI president Deliaan Vollgraff (NL) who pushed this to be an effective tool for reference over the years. We have this “ACI Bible” now – a written framework and regulations for Delegates, Events, Communications, and many other activities. We have aggregated learnings from the big events so that upcoming organizers can reduce faults and strive to get a professional project executed. The communications workload was immense but paid out – we now have templates for letters, presentations, business cards, flags, counter, rollups, posters, stickers, balloons, lanyards, functional email-addresses and signature templates, a fully-fledged ACI-branded portable booth… you name it. I’d also like to thank our local agency where we jointly had some long sessions to discuss and realize in time the MarCom elements made to create an ACI awareness at the outer world. We do even have been able to use a free-of-charge telephony conferencing tool for the ACI Board.

So as now the ACI communications fundamentals are settled, it is time to move on. Thus I have informed the ACI Board a few weeks ago about my decision, as well as to give some opportunity to other ACI Delegates to join the Board and actively shape the future of the club network.

And there are still a lot of challenges ahead of the ACI:

* continuous updates on proceedings in the ACI Board,
* the spare parts activities, securing the conservation of vintage cars
* the overall heritage works as part of the ACI mission,
* the progress of cooperation with Automobiles Citroën, FIVA and others,
* enhancing the ACI visibility inside and outside Citroën,
* updates from historical or other activities from Citroën which are related to our members interest,
* updates on our own assets and understanding the ACI network,
* updates from Delegates and national info towards the global team,
* developing a strategy to attract new generations of enthusiasts into Citroënthusiasm within a challenging environment,
* and even coaching the Delegates throughout the year and support the clubs behind – a task not to be neglected!

just to mention a few considerations which I have submitted to the Board.

With respect to my personal ambitions, I have decided to focus on local ACI activities for now, and to intensify an already strong network of clubs in our country, and also develop the local partnership with the subsidiary – we have a promising and fruitful cooperation which gives lots of exciting opportunities – stay tuned.

With “Citroën-Strasse”, we have a great family of enthusiasts of all major clubs in Germany, who team up in events like Technoclassica (March 31- April 3, 2011) or in 2011 the “50 years of both Citroën Ami & Andre-Citroen-Club” which we celebrate at the weekend of Pentecost / Whitsunday (June 10-13, 2011) and for the rest of the summer until mid October in „Technik-Museum Speyer“ (near Stuttgart, see http://50jahre.ami6.de/). We will keep you in the loop – watch out the local emails resp. our national website at https://amicale-citroen.de and we hope that our national example can trigger some similar activities in your country. I also have started to publish more news in German and English on our national website so you can take out some benefits for yourself as well.

I wish you all a pleasant Merry Christmas and a Happy New Year, all the best for the years to come, drive safe and carefully. For the ACI-Delegates: Hope to see all of you at Retromobile resp. the ACI AGM 2011.

Best Regards,

///Stephan Joest.