Jun 242015
 

Zum Erhalt des automobilen Kulturguts in Deutschland wurde bereits im letzten Parlamentskreis Automobiles Kulturgut des Deutschen Bundestages (PK-AMK) berichtet. Nunmehr wurde auch der Verein Initiative Automobiles Kulturgut e.V. (IAK) ins Leben gerufen. Auch die Amicale Citroën Deutschland ist Mitglied des IAK.

Nachfolgend die erste Pressemitteilung des Vereins im Wortlaut:


* Das Automobile Kulturgut ist eine der weltweit bedeutsamsten Entwicklungen der vergangenen 120 Jahre.

* Gründung des Vereins IAK Initiative Automobiles Kulturgut e.V. hervorgegangen aus dem Parlamentskreis Automobiles Kulturgut des Deutschen Bundestages

* IAK e.V. bereitet Antrag für das Automobile Kulturgut als immaterielles UNESCO-Kulturerbe vor

In Deutschland wird das Automobile Kulturgut u.a. vom fraktionsübergreifenden und vom Bundestagspräsidenten offiziell anerkannten Parlamentskreis Automobiles Kulturgut des Deutschen Bundestages (PAK) betreut. Er besteht aus Abgeordneten, interdisziplinär sowie international agierenden Institutionen, Funktionsträgern, Pressevertretern, führenden Vereinen, Verbänden, Messevertretern und Museen, Oldtimerhändlern, Restaurierungsbetrieben, Prüforganisationen, Dienstleistungsunternehmen und für die Initiative bedeutenden Meinungsbildnern und Enthusiasten. Aus ihm ist die IAK Initiative Automobiles Kulturgut e.V. hervorgegangen.

Die IAK e.V. fördert die Ermittlung und Vermittlung des gesamtgesellschaftlichen Wertes des Automobilen Kulturguts. Ziel ist es, mit dem transnationalen zweistufigen Antragsverfahren für das Automobile Kulturgut die Auszeichnung als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe zu erlangen, das Engagement für das Automobile Kulturgut im öffentlichen Bewusstsein zu stärken, die Bewegung zum Erhalt der historischen Fahrzeuge auszubauen sowie Schutz- und Weiterentwicklungsmaßnahmen zur Pflege und zum Erhalt des Kulturgutes zu ergreifen.

Anlass

Die weltweite Automobilentwicklung steht durch technische und gesellschaftliche Entwicklungen (Elektromobilität – autonomes Fahren – Car Sharing – abnehmender Status in der Gesellschaft) an einer Zeitenwende. Nach über 120 Jahren wird der Verbrennungsmotor mehr und mehr von alternativen Antriebssystemen (Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenantriebe) und das selbstbestimmte zugunsten des computergesteuerten autonomen Fahrens ergänzt.

Das Kraftfahrzeug als Symbol individueller Mobilität des 20. Jahrhunderts in Europa, Asien und in den USA prägte den Städtebau, das Freizeitverhalten, die Ikonographie der Werbung, industrielle Entwicklungen und das ästhetische Empfinden der Menschen sowie das Nachdenken über Katastrophen. Es stand als Universalmetapher für alles Gute und Böse. Das Kraftfahrzeug wird als Statussymbol in der Gesellschaft zukünftig einen neuen Stellenwert erhalten.

Relevanz

Das Automobile Kulturgut und seine Entwicklungsgeschichte sind von gesamtgesellschaftlicher Relevanz (siehe unten „Automobiles Kulturgut: Objekt – Gesellschaft – (gelebte) Tradition“). Die mit dem Automobilen Kulturgut einhergehende Tradition wird u.a. im Rahmen der Bewegung zum Erhalt der historischen Fahrzeuge weitergelebt.

Die Teilhabe an dieser Bewegung in Deutschland ist unabhängig vom Besitz eines historischen Fahrzeuges:

* Sie findet in mehr als 4.000 öffentlichen Veranstaltungen jährlich statt.

* 56 Prozent der Oldtimer- und 65 Prozent der Youngtimer-Enthusiasten (Besitzer und Fans) sind in großen Automobilclubs bzw. Markenclubs vereinigt.

* 57 Prozent der Oldtimerclubs sind Veranstalter oder Teilnehmer an grenzüberschreitenden, mehrtägigen Veranstaltungen.

Die Bewegung dient somit auch dem Tourismus und der Arbeitsplatzsteigerung. 44 Prozent der Clubs engagieren sich für wohltätige Organisationen.

Es gibt einen Bestand von 420.000 registrierten historischen Fahrzeugen (älter als 30 Jahre) in Deutschland. Der Bestand verteilt sich auf das gesamte Bundesgebiet mit Schwerpunkten in den Großstädten (München, Berlin, Hamburg, Köln). Insgesamt gibt es 1.500 Betriebe und 21.000 Arbeitsplätze im Bereich klassische Fahrzeuge. Sowohl national als auch international herrscht ein Nachwuchs- und Fachkräftemangel.

Historische Fahrzeuge:

* sind Sympathieträger, weil 53 Prozent der Deutschen Oldtimer gern auf der Straße sehen und diese markenübergreifend sympathisch wirken. Unabhängig vom Besitz ist eine uneingeschränkte Teilhabe möglich.

* haben einen großen öffentlichen Rückhalt in der Gesellschaft, weil jeder dritte Deutsche sich für Oldtimer interessiert

* werden von über 50 Prozent der Deutschen als technisches Kulturgut wahrgenommen

* sind kein negativer Umweltfaktor, weil ihre durchschnittliche Fahrleistung insgesamt nur 0,2 Prozent der Gesamtleistung aller deutschen PKWs ausmacht und weil sie ein Beispiel für nachhaltige Nutzung und Ressourcenschonung sind.

Das Automobile Kulturgut ist eine der weltweit bedeutsamsten Entwicklungen der vergangenen 120 Jahre.

Die Mitglieder des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut im Deutschen Bundestag erteilten einen Prüfauftrag für das Automobile Kulturgut als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe. Dafür wurde nach mehreren intensiven Sitzungen und umfänglicher Bewertung der Arbeitsgruppenmitglieder sowie verschiedener Experten zu den Statuten der UNESCO der Verein IAK Initiative Automobiles Kulturgut e.V. gegründet. Präsident des Vereins ist Carsten Müller, MdB, Vizepräsidenten sind Herr Martin Halder, Meilenwerk AG, und Bernhard Kaluza, Präsidium Allgemeiner Schnauferl-Club (ASC). Weitere Gründungsmitglieder sind Wolfgang Blaube, Klaus Müller, Franz Graf zu Ortenburg, Mario De Rosa, Dagmar Ziegler.

Die IAK Initiative Automobiles Kulturgut e.V. agiert unter starker Beteiligung des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs e.V. (ADAC) und des Automobilclubs von Deutschland (AVD). Die IAK e.V. erfüllt mit ihrer Satzung die Statuten der UNESCO. Dieses erfolgt durch die Vermittlung der kulturellen, technischen und gesellschaftlichen Werte der automobilen Tradition, ihrer Pflege und Weiterentwicklung während und auch nach der Antragserstellung. Der Verein ist selbstlos tätig und verfolgt gemeinnützige Ziele. Seine Organe wirken ehrenamtlich.

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New Organisation founded to preserve the Automotive Heritage and advocate for the Automobile as an UNESCO cultural heritage

In Germany, a big network of various parties exist to preserve the automotive heritage. The German parliament working group “Parlamentskreis Automobiles Kulturgut” (PK-AMK) has fostered the establishment of a new organisation to advocate for this objective. Also Amicale Citroën Deutschland now is member of this organisation known as “Initiative Automobiles Kulturgut e.V.”.

So here is the official first press announcement, translated by Amicale:


* The Automobile heritage is one of the world’s most significant developments of the past 120 years.

* Founding of the “Initiative Automobiles Kulturgut e.V.” (IAK) emerged from the German Parliament circle “Parlamentskreis Automobiles Kulturgut”

* IAK prepares the request for automobiles as an intangible cultural heritage according to the UNESCO Heritage regulation

In Germany, the automotive heritage is driven across various parties and officially recognized by the President of the German parliament in the “Parlamentskreis Automobiles Kulturgut” (PK-AMK). It consists of representatives, interdisciplinary and internationally active institutions, functionaries, members of the press, leading clubs, associations, trade fair representatives and museums, classic car dealers, restoration companies, regulators, service providers and major initiative for opinion leaders and enthusiasts. From here the IAK is emerging.

The IAK encourages the identification and placement of the overall social value of automobiles treasures and assets. The aim is to trigger and complete the international two-stage application process for the Automobile as an intangible UNESCO World Heritage Site or asset, to strengthen the commitment to the automotive cultural heritage in the public consciousness, and to expand the movement to preserve the historic vehicles, protection and development measures for the care and to preserve the cultural heritage.

Reasoning

The global automotive development is at a turning point because of major technical and social developments (electromobility – autonomous driving – car sharing – decreasing status in society). After more than 120 years the engine is completed or replaced more and more by alternative systems (electric, hybrid and fuel cells) and we see a transition upcoming from the self-determined drive towards a computer-assisted or -controlled autonomous driving.

The motor vehicle as a symbol of individual mobility of the 20th century in Europe, Asia and the USA fostered the urban developments, leisure behavior, the iconography of advertising, industrial development and the aesthetic sense of the people as well as thinking about disasters. It is perceived as an universal metaphor for everything good and evil. In the future, the motor vehicle will transform as a status symbol in society towards a new level.

Relevance

The automotive heritage and its development history are relevant on a social level. The association with the automotive cultural tradition among others assets within the movement continued to live to the preservation of historic vehicles.

The participation in this movement in Germany is independent from the possession of a historic vehicle:

* It takes place in more than 4.000 public events annually.

* 56 percent of vintage and historic cars, and 65 percent of enthusiasts (owners and fans) are united in large automobile clubs or brand-related clubs.

* 57 percent of vintage car clubs are either organizing or participating in cross-border, multi-day events.

The movement thus also serves to tourism and job enhancement. 44 percent of the clubs are involved with charitable organizations.

There is a total of 420.000 registered historic cars (older than 30 years) in Germany. This volume is distributed over the entire country, with primary focusing on the big cities (Munich, Berlin, Hamburg, Cologne) or regions (Ruhrgebiet). In total there are 1.500 companies and 21.000 jobs in classic cars. There is both nationally and internationally a skill shortage.

Historic Vehicles:

* Are likeable, because 53 percent of Germans like to see a vintage car on the road and this sympathy is across brands.

* Have a large public backing from society because every third German interested in classic cars.

* Are perceived by more than 50 percent of Germans as a technical heritage.

* Are no negative environmental factor, because their average mileage makes a total of only 0.2 percent of the total mileage of all German cars and because they are an example of sustainable use and conservation of resources.

The Automobile heritage is one of the world’s most significant developments of the past 120 years.

The members of the PAK in the German Bundestag members thus strive for the Automobile heritage as an intangible UNESCO World Heritage Site.

Because of this, the IAK was founded after several intensive sessions and circumferential evaluation of the working group members and various experts in the creation of the statutes of the association. Current President of the Association is Carsten Müller, MP, Vice-Presidents are Mr. Martin Halder, Meilenwerk, and Bernhard Kaluza, Allgemeiner Schnauferl Club (ASC). Other founding members are Wolfgang Blaube, Klaus Müller, Franz Graf zu Ortenburg, Mario De Rosa, Dagmar Ziegler.

The IAK association operates under the supervision of the Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. (ADAC) and the Automobile Club of Germany (AvD). The IAK is defined with its statutes to reflect the statutes of UNESCO. This is done through the mediation of cultural, technical and social values ​​of the traditional automobile, its maintenance and further development during and after the application process. The Association is active and pursues profit targets. Its organs act voluntarily.

With the unanimous consensus of the German Citroën and Panhard Clubs, the Amicale Citroën & DS is also member of day one of the IAK. We are happy to support this initiative as its intention is fully in line with the Amicale’s ambitions.