Automobilproduktion in Köln: Vor 80 Jahren Schließung des Kölner Werks

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Dez 032015
 

(English below)

Nach der Produktion von rund 20.000 Fahrzeugen endete am 4. Dezember 1935 – also vor exakt 80 Jahren – ein bedeutendes Kapitel von Citroën in Deutschland. Das bis heute einzige deutsche Citroën Werk in Köln-Poll wurde geschlossen. Die im Werk beschäftigten 500 Mitarbeiter hatten pro Tag rund 32 Fahrzeuge gefertigt, ehe sich ab 1934 die Produktionsbedingungen für ausländische Unternehmen in Deutschland immer mehr erschwerten. Dennoch nahm rund ein Viertel der Belegschaft nur wenige Wochen später im Kölner Citroën Werk die Arbeit wieder auf, um den Kundenservice und die Ersatzteilversorgung der Citroën Kunden in Deutschland sicherzustellen.

Im Jahre 1927 hatte Citroën im Kölner Stadtteil Poll nahe des Rheins das Werk zur Automobilproduktion errichtet. Es war Kölns erstes Automobil-Werk mit Fließbandfertigung. Anfänglich wurde mit Teilen aus Paris gefertigt. Doch schon bald beauftragten die Verantwortlichen im Kölner Werk auch deutsche Lieferanten wie Bosch, Continental, Lemmertz etc. – im Jahr 1932 erreichte man schließlich das Qualitätsprädikat „Deutsche Arbeit“.

Zwischen der Eröffnung des Werks am 15. Februar 1927 und 1935 wurden 18.710 Citroën Fahrzeuge der Typen B14, C4, C6, der Rosalie-Reihe sowie des Traction Avant am Standort Köln gebaut. Hinzu kam die
Produktion von weiteren 1.541 Citroën Einheiten – Omnibusse, Sattelschlepper, Viehtransporter, Pritschenwagen und Kegresse-Halbkettenfahrzeuge. Das letzte in Köln produzierte Citroën Modell war der Typ 7 Front, für den Mitte des Jahres 1934 die Fließbandanlagen umgerüstet worden waren. Das Fahrzeug war im September 1934 mit 1,5 Liter Hubraum und einer maximalen Leistung von 32 PS in die Serienproduktion
gegangen. Bis Ende 1935 wurden – in den unterschiedlichsten Varianten – annähernd 2.000 Einheiten dieses einzigartigen Citroën Modells in Köln gefertigt.

Wenige Wochen nach der Schließung des Kölner Werks und der dortigen Automobilproduktion wurde die Arbeit am 3. Januar 1936 mit rund 25 Prozent der einstigen Belegschaft wieder aufgenommen: Unter dem Namen Poller Citroën Dienst AG hielt Citroën bis 1940 auf dem Werksgelände noch einen Reparaturbetrieb mit Ersatzteildepot aufrecht.

Auch heute noch befindet sich der Hauptsitz von Citroën Deutschland in Köln. Die ehemals Citroën Deutschland AG, jetzt Citroën Deutschland GmbH, hatte ihren Sitz von 1959 bis 2013 im Kölner Stadtteil Porz-Westhoven, ehe der Umzug in die heutige Deutschlandzentrale nach Köln-Gremberghoven erfolgte. Zwischen 1927 und 2015 wurden insgesamt mehr als 2,75 Millionen Citroën Fahrzeuge in Deutschland verkauft.

Download der Pressemitteilung C_76_Schliessung_Werk_Koeln

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80 Years ago – Citroën Cologne production halted

On December 4, 1935 – 80 years ago – and after about 20.000 vehicles the production of Citroën vehicles was terminated and thus concluded an important chapter of Citroën in Germany. Until today, the only German Citroën plant in Cologne-Poll was closed. The about 500 employed workers at the factory had produced per day about 32 cars before the production conditions for foreign companies in Germany became more and more difficult after 1934.

Yet after the termination of production, the Cologne Citroën subsidiary took over about a quarter of the workforce only a few weeks later in a new organisation to ensure Customer Services and the supply of spare parts for Citroën customers in Germany.

In 1927, Citroën had built the automobile production in the district of Cologne Poll near the Rhine. It was Cologne’s first automotive plant with its own production and assembly line. Initially, it was made with parts from Paris. But soon also German suppliers like Bosch, Continental, Lemmertz were contracted to deliver to the Cologne plant. In 1932 finally they reached the quality assessment level of „German work“ (original: „Deutsche Arbeit“).

After the opening of the plant on 15 February 1927, and until its termination in 1935, about 18.710 Citroën vehicles of types B14, C4, C6, the Rosalie series and the Traction Avant were built in Cologne. Adding to this was the production of another 1.541 units of Citroën buses, semi-trailers, animal transport trailers, flatbed and Kegresse-half-track vehicles.

The last in Cologne produced Citroën model was the Traction Avant, known as „Type 7 Front“ for which the assembly lines were retooled for the middle of 1934. The vehicle production started in September 1934 with a 1.5 liter engine and a maximum output of 32 horsepower. Until the end of 1935 approximately 2.000 units of this unique Citroën model were manufactured in Cologne – in diverse variants.

A few weeks after the termination of the Cologne factory and the local automobile production work on 3 January 1936, the business resumed with some 25 percent of former employees: named as „Poller Citroën Dienst AG“, Citroën continued to run until 1940 on the factory premises facilities to support repair shops with spare parts.

Even today, the headquarters of Citroën Germany do exist in Cologne. The former „Citroën Deutschland AG“ has been transferred to „Citreën Deutschland GmbH“. From 1959 until 2013 the headquarters were located in the district of Cologne Porz-Westhoven, before moving to today’s Germany headquarters at Cologne-Gremberghoven. Between 1927 and 2015, more than 2.75 million vehicles Citroën have been sold in Germany.

Download the German press release here.

Vor 80 Jahren: Todestag von André Citroën

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Jul 022015
 

(English below)

Die Presseinformation der Citroën Deutschland GmbH:

Am 3. Juli 2015 jährt sich zum 80. Mal der Todestag von Firmengründer André Citroën. Im Laufe seines Lebens stellte er mehrfach seinen besonderen Einfallsreichtum unter Beweis. André Citroën war ein Visionär, der immer wieder außergewöhnliche Wege ging. Mit Blick auf sein Lebenswerk eröffnet eine interessante Ausstellung in Paris, die die Entwicklung der Marke Citroën Revue passieren lässt.

André Citroën hatte sich bis zu seinem Tode am 3. Juli 1935 selbst ein Denkmal gesetzt: Ab 1919 ließ er als erster Europäer Autos am Fließband produzieren. Eine der Grundlagen dafür lag in seinem technischen Verständnis. So besuchte er bereits in jungen Jahren die Firma seines Onkels in Warschau und lernte dort das Prinzip der Kraftübertragung durch Winkelverzahnung kennen. Er ließ sich eine Maschine patentieren, die in der Lage war, Verzahnungen in Form von Doppelwinkeln herzustellen.

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Kurz darauf begann er mit der Produktion von winkelverzahnten und spiralverzahnten Rädern und Untersetzungsgetrieben aus Stahl unter anderem für Automobile. Mit seiner 1912 gegründeten Firma setzt er im Laufe der Jahre Maßstäbe. Eine besondere Errungenschaft: 1925 verbaute er die erste Ganzstahl-Karosse in einem europäischen Serienauto, dem Citroën Typ B12. Das Modell verfügte zudem als erster Großserienwagen über eine Vierradbremse, die es zuvor nur bei teuren Luxuswagen gab. In den darauffolgenden Jahren bereicherte André Citroën mit der Entwicklung verschiedenster Techniken die Automobilbranche. Hierzu zählten beispielsweise die ersten verstellbaren Vordersitze und die ersten Bremsleuchten – Dinge, die heute längst zur Grundausstattung eines Autos gehören.

André Citroën machte aber nicht nur mit technischen Innovationen von sich reden: Auch in den Bereichen Werbung, Fertigung und Vertrieb war er ein Pionier seiner Zeit, erfand die Dinge immer wieder neu, wie es Jahrzehnte später Persönlichkeiten wie Steve Jobs machten. André Citroën war unter anderem auch ein Vorreiter in Sachen Werbung, Finanzierung und dem Aufbau eines Handelsnetzes. Er ließ beispielsweise insgesamt 150.000 Verkehrsschilder mit dem Markenschriftzug Citroën aufstellen, organisierte Werbekarawanen zur Präsentation neuer Modelle und simulierte mit seinen Fahrzeugen Unfälle, lange bevor das Wort „Crashtest“ im Vokabular der Automobilindustrie auftauchte.

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Innovationsgeist von gestern bis heute

Zu Recht gilt André Citroëns Firma daher als innovativste Automobilmarke des 20. Jahrhunderts. Von Beginn an wollte der Franzose erschwingliche und praktische Autos bauen und bewies mit Modellen wie dem Type A, dem B 10 und dem Traction Avant seine Kreativität. Innovation und charakterstarke Modelle zeichnen Citroën auch heute noch aus. Bestes Beispiel hierfür ist der Citroën C4 Cactus, der mit seinem einzigartigen Design und vielen technischen Highlights wie kein anderes Modell die neue Markensignatur „LE CARACTÈRE“ verkörpert.

Ausstellung zu Ehren André Citroëns

Anlässlich des Todestages von André Citroën vor 80 Jahren fand im Rathaus des neunten Arrondissements in Paris am 1. Juli 2015 eine interessante Ausstellung zu Ehren des innovativen Automobilbauers statt.

Die Presseinformation hier im Original zum Download.

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80 Years Ago – The Death of André Citroën

The press release of Citroën Deutschland GmbH, translation by Amicale Citroën & DS Deutschland:

July 3, 2015 will mark the 80th anniversary of the death of company founder André Citroën. Throughout his life he proved multiple times his special ingenuity. André Citroën was a visionary who always went extraordinary ways. In retrospective of his life and work, an interesting exhibition opened in Paris reflecting life and works of Citroën

André Citroën defined several outstanding achievements until his death on July 3rd, 1935: From 1919 he was the first European to produce cars on an assembly line. One of the pillars for that new process was his ability to quickly pick up and evolve technical innovations. As one example. he visited at a young age the company of his uncle in Warsaw where he learned the principle of power transmission via angled gearing. He had patented a machine that was able to produce gear teeth in the form of double angles – or „double chevrons“, the company’s logo still existing today.

Shortly thereafter, he began the production of angle-toothed and spiral-helical gears and reduction gears made of steel, among others, for automobiles. With its 1912 founded company he sets standards over the years. An example for a special achievement: In 1925 he set up the first all-steel body production for an European car, the Citroën Type B12. The model also is the first large-scale production car with a four-wheel brake that existed previously only in expensive luxury cars. In the following years, André Citroën was responsible for introducing the development of various techniques in the automotive industry. These included, for example, the first adjustable front seats and the first stoplight – things that since long is basic equipment of any car.

André Citroën not only was responsible for technical innovation: also in advertising, production and sales he was a pioneer of his time, and re-invented and re-iterated methods again, similar to what decades later people like Steve Jobs did. André Citroën was – among other things – a pioneer in advertising, financing and the development of a commercial and dealership network. Also, he signed responsible for deploying a total of 150,000 traffic signs, marked with the brand Citroën, he organized mobile advertising campaigns to showcase new models and simulated with its vehicles accident scenarios, long before the term „crash test“ showed up in the vocabulary of the automotive industry.

Innovative spirit from yesterday to today

Rightly therefore the company of André Citroën is perceived as the most innovative automotive brand of the 20th century. Right from the start the Frenchman wanted to build affordable and practical cars, proving his creativity with models like the Type A, the B 10 and the Traction Avant. Innovation and strong character models are still setting Citroën’s perception today. The best example is the Citroën C4 Cactus – with its unique design and many technical highlights like no other model embodies the new brand signature „Le Caractère“ in Germany.

Exhibition in honor of André Citroën

To mark the anniversary of the death of André Citroën 80 years ago, an exhibition took place in the town hall of the ninth arrondissement in Paris on 1 July 2015, held in honor of the innovative automobile manufacturer.

Download the Press Information here.

3. Juli, vor 80 Jahren: André Citroën gestorben

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Jun 172015
 

(English below, en Francais au-dessous)

In wenigen Tagen, am 3. Juli 2015, jährt sich der 80. Todestag von André Citroën. Aus diesem Grund gedenkt der Club „Traction Universelle“ am 1. Juli in Paris im Rathaus des 9. Arrondissements mit einer kleinen Veranstaltung und Ausstellung dem Leben und Werk von Citroën.

Von 10-20 Uhr wird eine Sonderausstellung mit Citroëns berühmtesten Modell aus seinen Lebzeiten, dem Traction Avant, der „Gangsterlimousine“, einen Rückblick auf die Innovationen im Automobilbau der 30er Jahre ermöglichen.

Gegen 19h wird der damals unternehmensintern gedrehte Film „Autopolis“ einen Blick auf die Produktion bei Citroën in den bekannten Fabriken am Quai de Javel werden. Allein dieser Film ist bemerkenswert, weil er einzigartige Einblicke in das Alltagsleben des einstigen Stammsitzes des Unternehmens gibt.

Abschließend wird noch ein Vortrag um 19:45h gehalten.

Weitere Informationen sind dem Infoblatt – Download hier – zu entnehmen.

Wir danken dem Club „Traction Universelle“ für die Mitteilung!

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80 Years Ago: André Citroën deceases

In a few days, on 3 July 2015, the 80th anniversary of the death of André Citroën anniversary will be seen. Thus, the French club „Traction Universelle“ will be commemorating the decess in the town hall of the 9th arrondissement (Parisian district) with a small event and exhibition reflecting the life and work of Citroën on 1-July.

From 10-20 o’clock CET, a special exhibition will present Citroën’s most famous model of his lifetime, the Traction Avant, well known as „Gangster Limousine“, and a retrospective will reflect this innovation in the automotive industry of the 30s.

at 7pm, the in-house shot movie called „Autopolis“ will give show details from the production at the Citroën factories located at Quai de Javel. This rarely-shown movie is remarkable because it gives a unique insight into the everyday life of the former headquarters of the company.

Finally, a presentation at 7:45pm will be held.

More information: Download the leaflet here.

We’d like to thank the club „Traction Universelle“ sharing this info with us!

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80 ans du mort d’André Citroën

Dans quelques jours, le 3 Juillet 2015, le 80e anniversaire de la mort d’André Citroën anniversaire sera prendre place. Pour cette raison, le Citroën club „Traction Universelle“ à Paris sera commémorer le 1 Juillet à la mairie du 9ème arrondissement du Paris un petit événement et l’exposition de la vie et l’oeuvre de Citroën.

De 10-20h, une exposition spéciale avec le plus célèbre modèle de Citroën de sa vie, la Traction Avant, la „gangster limousine“, permettra nous de voir une rétrospective à l’innovation dans l’industrie automobile des années 30.

Contre 19h, le film „Autopolis“ (crée par Citroën dans les annees 30e) sera un oeil à la production avec Citroën dans les usines bien connus au Quai de Javel. Mais ce film est remarquable, car il donne un aperçu unique de la vie quotidienne de l’ancien siège de la société.

Enfin, une présentation sera à 19:45h a eu lieu.

Pour plus d’informations, voici la fiche d’information – télécharger ici.

Nous remercions le club „Traction Universelle“ pour le message!